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Artikel in der Kategorie 'interaktive Netzkunst'

Human Clock: die Uhrzeit als Kunst

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Man könnte jetzt viel philosophieren darüber, dass die Zeit dargestellt wird über Fotos, die eigentlich grade zeitlos sind, aber viel netter ist ein Blick auf die Seite, der spricht für sich selbst: Humanclock. Ich find´s großartig.

Wer noch nicht genug hat: HumanCalendar bietet das Ganze als Monatskalender.

Demographie für Künstler: Frag 500 Leute auf der Welt eine Frage

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Es ist eine schlichte Idee in Zeiten von GoogleMaps und Geotagging: Über ask500people.com kann man eine Frage in den Raum stellen und die Antworten auf einer Weltkarte verorten. Auf einmal sieht man, was Menschen in Nordamerika anders antworten als die in Uganda. Und gleichzeitig ist Nordamerika nur Meinungszufallshoheit von 20 Leuten, die zufällig auf der Seite waren und später die Demographie definieren. Ein spannendes Projekt, whatsoever.

flickrvision :: eine Idee von der Globalisierung an sich

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Zwei Dienste haben in den letzten zwei Jahren das Internet tüchtig umgekrempelt. Google Maps und Flickr. Dass sich damit auch die Art verändert hat, wie wir die Welt wahrnehmen, zeigt ein Projekt von David Troy, der schon das vielgelobte Kunstprojekt Twittervision programmiert hat. Das Projekt zeigt eine Weltkarte, die ständig zu den Orten grade abgeschickter Twitter-Nachrichten fährt. Eine Übersicht des globalen Small-Talk. Flickrvision ist noch etwas cooler, weil die Visualität der Geographie mit den Fotos korrespondiert: Die Karte zoomt zu Erdteilen, von denen ein paar Sekunden vorher Flickr-Bilder hochgeladen wurden. Sehr empfehlenswert und eindrucksvoll. Das Moma in NewYork wird beide Werke demnächst vorstellen. Bevor David Troy von Journalisten überrollt wird, kann man ihm noch die Freundschaft anbieten: Wie es sich für einen Medienkünstler im global web gehört, hat er einen Facebook-Account.

please wait – your dream is loading

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Der Traum on demand, das kann nur schiefgehen, denkt man. Leonardo Solaas hat 2005 eine Maschine entwickelt, die Träume auf Bestellung ausliefert. Was sie dafür braucht, ist das Thema des Traums in Form mehrerer Schlagworte. Und was sie liefert, ist wirklich beeindruckend: Das System sucht Bilder, die zu den Schlagworten passen und verortet diese in einen visuell-assoziativen Raum, indem Farben und Formen in tausenden von kleinen Linien verfremdet werden. Was entsteht sind langsam sich konkretisierende Bilder zwischen Farbklecksen, der Ästhetik der Geometrie und archetypischen Elementen eben jener Bilder, die durch die Art der Darstellung einen ganz eigenen Sog entwickeln: dreamlines ist der Versuch, dem Internet seine Definiertheit zu nehmen. Der Konkretion der digitalen Information das Nebulöse des Gedankens zurückzugeben, inmitten gestochen scharfer Fotos, die genau vorgeben, was sich denken lassen soll, den Raum für die Assoziation neu zu definieren. In diesem Sinn ist das Projekt dreamlines ein Paradigmenwechsel: War das Internet bzw. digitale Informationsrepräsentation insgesamt seit jeher gekennzeichnet durch stetig zunehmende Klarheit, Fehlerfreiheit – im ästhetischen Sinn: Perfektion des Abbilds – so wird hier deutlich, dass eine Antithese der ästhetischen Entwicklung ansteht, die Wiederentdeckung des schemenhaften, der Phantasie, der Freiheit einer Form. Dass diese Rückbesinnung kein Rückschritt ist, zeigt der interaktive und bewegte Charakter der Installation: Was Leonardo Solaas hier vorlegt ist kein schemenhaftes Bild, sondern der einem digitalen Zeitalter angemessene Mechanismus, mit dem bestehende Information zu einem solchen zusammengefügt wird. Dreamlines ist genuin digital und schafft einen interaktiven Raum assoziativer Bildlichkeit, der hochtechnisch umgesetzt wird. Und auf eine eigentlich poetische Weise, spannt diese Installation im Mediendiskurs ganz neue Bedeutungsebenen auf. Wie Leonardo Solaas selbst schreibt:

Who is dreaming? The user, or the Internet itself? In a certain way, both.

twitter, flickr, digital video :: die Echtzeit-Digitalkunst von flussgeist

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<!--enpts-->flussgeist.jpg<!--enpte-->Was Twitter ist, hatte ich an anderer Stelle geschrieben: Twitter ist ein Dienst, der die Stimmen der Blogger auf der Welt auffängt. Einer Art SMS-Sammelbecken, das jeder Nachrichten von jedem Menschen eine Zeile auf der Hauptseite freihält. Die 15 Minuten Berühmtheit, postuliert von Pop-Art-Ikone Andy Warhol, und in Internetzeiten stellenweise für möglich gehalten, sind auf wenige Sekunden Twitter-Zeileneinblendzeit eingedampft. Twitter ist, das kann man sicher sagen, ein Projekt für unsere Zeit. Total vernetzt, kurz und knapp, in der Vielfalt der andockbaren Endgeräte beeindruckend und in der inhaltlichen Tiefe der mit soviel Tamtam veröffentlichten Nachrichten enttäuschend.
Kurz: Kaum ein Projekt der aktuellen Diskussion eignet sich besser für ein multimediales Projekt wie Flussgeist von Grégory Chatonsky. Flussgeist greift sich Twittermeldungen heraus und lässt sie als Echtzeitticker über den Bildschirm laufen, während sich im Hintergrund unwiederholbare Szenerien aus flickr-Bildern und Internetvideos zusammenstücken. Der rote Faden wird gebildet durch sogenannte Tags, Schlagworte, mit denen Bilder, Twitter-Meldungen und Videos einsortiert wurden. Ein Schlagwort bildet den Rahmen, in dem dann die verschiedenen Medien sich begegnen. Und in dieser Begegnung eine Beziehung suggierieren zwischen Bild und Ton und Video, die es nie gegeben hat. Und es ist die Suggestion einer Beziehung, die tatsächlich nur durch digitale Algorithmen entsteht, die das Projekt wirklich sehenswert macht, weil sie darin eine Metapher bildet für das, was diese neuen Medienformen auszeichnet.

[tags]flickr, twitter, mashup, digital art, medienkunst, flussgeist, Andy Warhol [/tags]

Symbole auf Abruf :: den eigenen Claim mit einem Klick auf Kirchen, Kassetten und Medallien

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Typographische Symbole mit neuen Inhalten zu versehen ist eigentlich ein alter Hut (wir hatten´s schonmal, hier oder hier), aber immer wieder interessant. says-it.com ist ein Dienst, der das Plagiieren so einfach macht, dass es eine Freude ist. Mit einigen Klicks erhält man ziemlich beeindruckende Werke. Eine Kostprobe:


[tags]Medienkunst, Claim, Fotomontage, Logodesigner[/tags]

die Rache der Datenschützer :: das virtuelle Selbst wird professionell

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Es geht ja in Computerkreisen immer nach dem Motto, wer noch findiger ist. So kämpft Google gegen Microsoft, der Virenprogrammierer gegen die Antivirenfirma oder die Kopierschutzknacker gegen die Kopierschutzentwickler. Hier bekommt das Spiel einen neuen Namen: Je mehr Mühe die Datenangler aufwenden, um ihre Nutzer tatsächlich mit elektronischer oder gar postalischer Adresse zu Orten, desto findiger werden die Datenschützer, ihre Anonymität zu wahren. Daraus ist wie zufällig ein Stück Gegenwartskunst enstanden, das hier vorgestellt werden soll.
Da hat also jemand dieses Spiel mitgespielt und eine Maschine programmiert, ein virtuelles Selbst, was sag ich unzählig viele Selbste schafft. Kostenlos, auf Mausklick. Das Besondere ist, dass diese Selbste im Prinzip sämtliche technischen Überprüfungen überstehen. Die Ironie muss man sich mal bewusst machen: Prüfmaschinen, die dazu programmiert sind, reale Menschen von virtuellen Phantasien zu trennen, werden erst durch die Logik und Datenmasse eine Identitätsgenerierungsmaschine überlistet. Der Kampf um die Identitäten: In der virtuellen Welt eine Sache zwischen Robotern.
Konkret sieht das so aus: Der Fake Name Generator erstellt nicht nur einen virtuellen Namen, der zu Staatsangehörigkeit und Geschlecht passt. Er erfindet auch eine imaginäre Straße, deren sprachliche Logik der des wählbaren Heimatlandes entspricht und ergänzt eine real existierende Stadt selber Provinienz mit ihrer realen Postleitzahl. Die Mailadresse enthält den Phantasienamen vor dem @ und ist sogar funktionstüchtig. – Sie greift direkt auf den Service eines Spam-Vermeidungsdienstes zurück, bei dem die Mailadresse nie registriert werden muss und nach erfolgter Nutzung sich selbst überlassen werden kann. So erschafft die neue Technik einen Menschen, der nach allen technischen Überprüfungen real existieren müsste – aber doch nur das Produkt einer Maschine ist.

[tags]Datenschutz, Fake Name Generator, Hacker, virtual ID, Spam, Spammailer, virtuelle Adresse, virtuell[/tags]

Ms. Dewey :: die menschliche Antwortmaschine

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Es ist ein Traum, seit Tim Berners Lee das World Wide Web erfunden hat: Eine Suchmaschine, die menschlich ist. Ms. Dewey ist eine, die nicht nur auf ganze Sätze reagiert, sondern auch wirklich aus Fleisch und Blut antwortet. Als animiertes Video. Augenzwinkernd und ziemlich clever gemacht. Ein erster Eindruck davon, was künstliche Intelligenz einmal sein könnte.

Nackte Kunst :: innovative Ansätze

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Eine Reihe von angezogenen Frauen. Bewegt man die Maus, ist plötzlich die nackt, auf der der Mauszeiger ruht. Ein Männertraum? Vor allem eine ziemlich gute Bebilderung der Beziehung von Kleidung und Mensch. Denn bald wird klar: Die Nackten sind authentischer, weniger in einer Rolle und klarer sie selbst. Aber das geht über den Pathos des Idealisten hinaus: Das Dilemma der Wirkung von Kleidung ist ja, dass wir kaum auf sie verzichten können. So wird Nacktheit die einzige Kleidung, die unter den Bekleideten auffällt. Das Ablegen der Rolle wird zur diskriminierendsten aller Rollen, solange es nur einer macht.

Nachtrag: Die Seite ist scheinbar im Rahmen einer Zensurmaßnahme der Finnen vom Netz genommen. Die, für die das Kunst war, können sich jetzt mit dem paradoxen Zensursystem befassen, das andere Seiten durchgehen lässt (ich sage jetzt nicht, welche).

visual accustics :: Malen mit Instrumenten

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Die Visualisierung von Tönen hat eine lange Geschichte in der multimedialen Kunst und visual accustics ist ein Projekt, was man sich unbedingt näher anschauen sollte: Das flash-basierte Interface wandelt Mausbewegungen gleich dreifach um: In die Töne ausgewählter klassischer Instrumente (gottlob bricht jemand mal das Tabu, in Multimediakunstwerken analoge Instrumente einzusetzen), in Farbspektren, die sich über den Bildschirm ziehen und in Instrumentabhängige animierte Visuals, die sich wie Wellen über die Spielfläche ausbreiten. Ein intuitiv fassbares Gefühl des Haptischen, dass sich im Auditiven und Visuellen übersetzt zeigt. Gelungen! (Zur Erinnerung: Es gibt auch Pferde und Damen, die sich seit Jahren daran versuchen.)