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Artikel in der Kategorie 'Authentizität'

die visuelle Transzendierung von Zeit und Raum :: Cibo Matto - Sugar Water (R: Michel Gondry)

von David Schubert. Lust auf mehr? Schauen Sie in die Kategorien Zeit, beste Posts, Authentizität, alle Posts, Raum, Narration, digitale Welten, Bewegtes, Michel Gondry, Videokunst

Das Video kommt ziemlich seltsam daher: geteilter Bildschirm, zwei verschiedene Geschichten, die beide ziemlich schlecht konstruiert aussehen. Kaum Bilddynamik. Michel Gondry selbst hat Sugar Water einmal als sein aufwändigstes und bestes Video bezeichnet. Was soll das?

Wenn man genau hinschaut, fällt Einiges auf: Es gibt keinen Schnitt, das ganze Video ist ein sogenannter One-Shot. Ja, nicht “beide Videos”. Denn das linke und das rechte Video sind identisch - das eine läuft vorwärts und das andere rückwärts. Sie erzählen die Parallelität einer Geschichte, die jenseits von Zeit geschieht: In allen Einzelbildern korrespondieren die Handlungen. Immer wieder greifen Sie ineinander ein - als Erinnerung: die Katze, die Schriftzeichen. Das eine Video ist so perfekt choreographiert, dass es den Eindruck erweckt, zwei Geschichten zu erzählen, mehr noch: Eine stetig verbundene Geschichte an zwei Orten.
Was Gondry hier vorführt kann gelesen werden als Symbol für die Konvergenz von Zeit und Raum: Der vermeintlich zweigeteilte Raum entpuppt sich als zeitliches Konstrukt. Die Zeit selbst scheint aufgehoben, wo der rückwärtslaufende Film mit dem vorwärtslaufenden Film interagiert. Ja, beide Dimensionen scheinen sich selbst aufzulösen, denn beides - die parallele Zeit und der parallele Raum sind Illusionen eines einzigen Bandes, einer einzigen, linearen Kamera, die sich äußerst geschickt rückverbindet zum ersten Raum und zum Ende der Zeit.

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Spaß mit Typographie :: Tools zum Trademarks-Nachbauen

von David Schubert. Lust auf mehr? Schauen Sie in die Kategorien Literatur, Lyrik, Wörter, alle Posts, Typographie, Authentizität, Verweise auf Typographie, Soziales

Man kennt diese T-Shirts, auf denen Fuck statt Ford steht. Ich will da jetzt keine Lanze für brechen.
Aber diese Designidee belegt, wie sehr allein die Form des Trademarks eine eigene Aussagedimension enthält. Das ist typographisch ein alter Hut, aber die veränderten Trademarks beeindrucken trotzdem mehr als typographische Diskurse: Die Marke wird intuitiv im Betrachter seziert. Künstler können damit spielen, dass Form und Inhalt kontrastieren und sich neue Bezüge auf Grundlage dieser tiefsitzenden Markenkenntnis ganz subtil erschließen.

Einige Tools dafür

logo54 für die Marken von StarWars, Nintendo, Harry Potter, Ferrari und anderen.

(StarWars)

Yahoo Logo
Ferrari Logo
(Klick führt zur größeren Version)

gute Adresse für professionelle und kostenlose Brand-Typographien: 1001fonts.com
Cola disney.png
richtig viele - mehr oder weniger gute - Logos gibt es beim Logomaker (einige mit Grafik), mehr stehen in der kompletten Liste


der Klassiker im Netz: Logos im Google-Stil gibt es nach der Pleite von logogle.com bei googlefont.com. Leider sind die Bilder nicht besonders gut.
google

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Kubrick´s Shining und der Wahnsinn eines Hotelflurs :: Massive Attack - Karmacoma (R: Jonathan Glazer)

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Ein grandioses Video von Jonathan Glazer, der längst als einer der großen Musikvideoregisseure gilt: Er hat zum monolog-beunruhigenden Triphop-Song von Massive Attack (die hier von Tricky unterstützt werden) eine kongeniale Bildwelt kreiiert: Ein Hotelflur und ein Killer und das, was in etlichen Zimmern passiert. Der Clip läuft knappe zwanzig Sekunden und es ist schon alles Wichtige gesagt: Totale des Hotelflurs, Gesicht des Opfers, Detail der Schuhputzmaschine, die ein Hauptsymbol des ganzen Clips wird und dann eine mutige Fischauge-Nahe des Killers. So schnell geht es weiter: Ein Duzend Bildwelten werden angeschnitten, losgelassen, wiederaufgegriffen, narrativ weitergesponnen, mit den anderen verzahnt. Der rote Faden bleibt der Killer und sein Opfer. Nein. Eigentlich ist der Protagonist der Hotelflur. Und wenn man sich die Lichtreflexe in der ersten Einstellung anschaut, wird klar, dass dieser Flur nicht nur belebt ist, sondern alle damit verbundenen längst in seinen Bann gezogen hat. Die surrealen Bilder sind zu ideenreich und perfekt choreographiert, um sie hier zu erzählen. Aber der Flur bringt uns auf eine andere Fährte.
Eine Idee?
Klar: Der ganze Clip ist ein surreales Zitat auf Shining, einem Thriller, der 1980 ziemlich für Wirbel gesorgt hat, weil Kubrick damit mal wieder neue Maßstäbe gesetzt hat: So sorgen Charakterdarsteller Jack Nicholson als Hauptperson und die spätere Kubrick-Frau Shelley Duvall sorgen mit dem Drehbuch von Stephen King für ein neues künstlerisches Niveau. Zusammen mit Kubricks Perfektionismus (einige Szenen werden über 100 Mal wiederholt) entstand ein Film, der bald zum Symbol eines Genres geworden ist. Aber zurück: Was hat das alles mit Jonathan Glazer zu tun?
Jonathan Glazer rekurriert auf diese Symbole, die Kubrick durch seinen Ehrgeiz geschaffen hat: Die Kamerafahrt mit der Steadycam durch den Hotelflur, die zwei Zwillinge, das Schreiben des einen Wortes auf der Schreibmaschine, die surreale Symbolwelt, die den Wahnsinn visualisiert und - natürlich - die Idee des Hotels, der Ursache des Ganzen, das in der Verbindung aus Fremdheit und Heimatversprechen die Macht über seine Bewohner gewinnt und sie in den Wahnsinn treibt.

Das Musikvideo für Massive Attack ist also eine Ehrung von Kubricks Shining. Die Referenz auf einen Klassiker der Filmkultur ist zwar in Musikvideos selten (und kaum je so adäquat umgesetzt), aber doch nur ein Beispiel dafür, wie hervorragend Glazer es versteht, diverse Aspekte gleichberechtigt umzusetzen, ohne andere zu vernachlässigen: Eine innovative narrative Struktur mit schnittechnischen Meisterstücken und der Fokus auf die Musik zum Beispiel. Oder die intellektuell-symbolhafte Sprache und gleichzeitig genug Plot, um jeden zu erreichen. Oder: starke, klare Einzelbilder und das Beibehalten jener künstlerischen Spannung, die auch eine Antwortlosigkeit einschließt. Kurz: Man kann es kaum besser machen, wenn man alle zufriedenstellen will.

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der beste Oneshot der Geschichte :: Massive Attack - Unfinished Sympathy (R: Baillie Walsh)

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Das Video wirkt auf den ersten Blick fast unscheinbar. Trotzdem: Das ist einer der technisch eindrucksvollsten Clips der Geschichte, ein Meilenstein unter den sogenannten One-Shots. One-Shots meint: Video ohne jeden Schnitt. Was der Regisseur Baillie Walsh hier 1991 bewerkstelligt hat, setzte neue Standards: Fünfeinhalb Minuten hochaufwändige Kamerafahrten, ein duzend Geschichten, die sich hinter der Kamera abspielen, alles aufgenommen auf einer belebten Straße in einem Häuserblock von Los Angeles, fliegender Wechsel von Stativkamera auf Steadykam. Und dabei noch so smooth und perfekt choreographiert, das man wirklich nur den Hut ziehen kann. Brilliant gemacht.

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Autos, Alkohol und Jesus :: UNKLE - Rabbit in your Headlights (R: Jonathan Glazer)

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Eins der ganz großen Musikvideos, prämiert in zahlreichen Ausstellungen, oft zitiert und einer der Gründe, warum Jonathan Glazer jetzt als einer der großen Musikvideoregisseure gehandelt wird.

Der Plot: Ein scheinbar verwirrter Mann geht durch einen Tunnel voller Autos, der Kamera hinterher. Autos hupen, er wird angefahren, diskutiert mit Fahrzeuginsassen. Mehr nicht.

Was das Video zu einem beeindruckenden Stück Kunst macht, steht zwischen den Zeilen: Die Konsequenz, mit der Glazer die Realität der Szenerie einfängt - kein Zeit- oder Ortswechsel, kein Beleuchtungswechsel, aber vor allem: Das Hupen, die Monologe und Diskussionen mit den Fahrgästen, die Glazer in die Musik gemischt hat. Er selbst sagt dazu in einem Interview, von dem Ausschnitte hier zu lesen sind:

Bilder allein reichten nicht um die ganze Reise zu vermitteln, die der Mann unternimmt. Man muss fühlen oder hören wie sein Gehirn arbeitet. Das war etwas ungewöhnlich, denn viele Künstler würden nicht dulden, dass man sich an der Musik zu schaffen macht. Mir gefällt die Vorstellung, mich in die Musik einzumischen.

Tatsächlich war der Eingriff des Musikvideoregisseurs in die Musik des Künstlers ein

Novum in der Geschichte des Musikvideos. (Prodigy hat das mit seinem umstrittenen Video zu Smack my bitch up auch umgesetzt.) Aber was steckt dahinter?
Das Video von UNKLE entwickelt eine große Sogkraft durch die Krassheit und Klarheit der Bilder - und eben durch diese völlig ungewohnten Stilmittel, die dem Geschehen einen ganz neuen Grad von Ehrlichkeit geben. Und dann, ganz am Ende dieses durch und durch naturalistisch gehaltenen Videos, der Bruch: Der Mann, etliche Male angefahren, bleibt stehen. Zieht sein Hemd aus. Öffnet die Arme wie Jesus. Ein Auto rast von hinten auf ihn zu. Der Mann lacht. Und in einer riesigen Feuerwolke explodiert das Auto an seinem Rücken.
Metaphorisch vielschichtig ist dieses Video. Die Jesus-Symbolik liegt nah, aber es könnte genauso die letzte Vision des Sterbenden Obdachlosen festgehalten sein oder der Tagtraum, den dieser von seinem Weg durch den Tunnel hat. In jedem Fall visualisiert Glazer die Grenze zwischen Gedachtem und Erkanntem auf eine außerordentlich innovative Weise - auch hier gibt es eine Parallele zum erwähnten Prodigy-Video. Seine Innovation steckt in dem Rückbezug des Videos auf die absolut naturalistische Narration und dem Bruch, mit dem Glazer zehn Sekunden vor Ende des Clips alles wieder in ein Reich der Assoziationen zurückinterpretiert. Ein großartiges Video. Unbedingt anschauen.

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eine Reise an die Grenzen der Wörter :: Alex Gopher - the Child (R: Antoine Bardou-Jacquet)

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Was Bardou-Jacquet hier in Szene gesetzt hat ist die Erfindung der Synthese von Schrift und Film, die Vorteile beider Medien kongenial kombiniert: Aus dem Film stammen die Elemente des Plots, der Figuren, der Dialoge, des Spannungsbogens und natürlich der Visualisierung in Form bewegter Bilder. Aus der Symbolwelt der Schrift stammen die Akteure, Autos, Häuser, Brücken und Straßen - deren visuelle Repräsentation ausschließlich aus geschriebenen Wörtern besteht. Die Typographie der einzelnen visuellen Elemente korrespondiert mit ihrer Bedeutung und bildet so eine dritte Ebene des zeichenhaften neben Film und Schrift. Das ist medienwissenschaftlich interessant, wenn es um Codes und Symbole, referentielle Zeichen und die Unmittelbarkeit filmischer Visualisierung geht. Vor allem aber ist es ziemlich innovativ und inspirierend zu sehen, welches Potenzial darin steckt, in diesem Buchfernen Medium Musikvideo die Wörter selbst zu den Repräsentanten filmischen Erlebens zu machen. Alles, was dem filmischen Blick zum Opfer fällt - Gedanken, Bewertungen, Beschreibungen - muss im Film ins Off verlagert oder eben rausgestrichen werden. Hier finden Sie ihren zentralen Platz, weil die Worte selbst es sind, die zu visuellen Symbolen werden. Für Germanisten, Kulturwissenschaftler und Musikvideofans gleichermaßen beeindruckend.
Das Video wurde übrigens in 2004 Düsseldorf ausgestellt: Als eines der 100 einflussreichsten Videos der Geschichte.
Es gibt auch einen Zeichner, der sich die Idee zu eigen gemacht hat. Seine sehenswerten Wortschöpfungen finden sich auf seiner Homepage.
//mehr in der Musikvideodatenbank Clipzoot

//Video anschauen bei der Produktionsfirma partizan

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Nackte Kunst :: innovative Ansätze

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Eine Reihe von angezogenen Frauen. Bewegt man die Maus, ist plötzlich die nackt, auf der der Mauszeiger ruht. Ein Männertraum? Vor allem eine ziemlich gute Bebilderung der Beziehung von Kleidung und Mensch. Denn bald wird klar: Die Nackten sind authentischer, weniger in einer Rolle und klarer sie selbst. Aber das geht über den Pathos des Idealisten hinaus: Das Dilemma der Wirkung von Kleidung ist ja, dass wir kaum auf sie verzichten können. So wird Nacktheit die einzige Kleidung, die unter den Bekleideten auffällt. Das Ablegen der Rolle wird zur diskriminierendsten aller Rollen, solange es nur einer macht.

Nachtrag: Die Seite ist scheinbar im Rahmen einer Zensurmaßnahme der Finnen vom Netz genommen. Die, für die das Kunst war, können sich jetzt mit dem paradoxen Zensursystem befassen, das andere Seiten durchgehen lässt (ich sage jetzt nicht, welche).

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Phönix aus der Asche :: das Malen in Zeiten der Digitalisierung

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Gut, es ist nicht ernst gemeint, aber witzig. Kaum ein Medium ist in seiner lineare, konsequent zweidimensionalen Art so geeignet, im Internet prozedural auseinandergenommen zu werden, wie die Malerei: Leistet art.com mit seinem Werkzeug artpad noch einen Beitrag zum Verstehen des Malprozesses, indem ein dreidimensionaler Pinsel über bereits gemalte Bilder fliegt und den Schaffensprozess zum Zentrum macht, so suggeriert Mr. Picassohead in seiner Galerie eine handvoll hübsch geschwungener Fragmente, die vom Benutzer wild durcheinander kombiniert und eingefärbt werden können, als ausreichend um den Eindruck eines gelungenen Bilds zu erzeugen. Etwas realistischer ist da schon Crayola
: Hier kann man einigermaßen übliche Werkzeuge benutzen, die auch noch überraschend echt aussehen. Die Malerei hat es nicht leicht in Zeiten des digitalen Bildes. neave imagination gibt ihr sogar das Zeug zur dritten Dimension. Das ist gleichermaßen überraschend gut gelungen wie völlig entfernt von jeder bleibenden Kunst. Mal sehen, wie die nächsten Auseinandersetzungen mit dem Metier ausfallen. Noch schlägt sie sich wacker, die alte Malerei. Nur Projekte wie das grandiose mikons.com, das eine wirklich intuitive Plattform zur Erstellung eigener Symbole und Logos ist, geben einen Eindruck davon, was für Potenzial in dem Medium steckt. Gut: Das ist auch eher Grafikdesign als Malerei. Aber immerhin.

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BioMotionLab1.8 :: ein paar Striche werden zum Menschen

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Das Projekt kommt von der Queens University in Kingston, der Direktor ist ein Deutscher aus Bochum, Nikolaus Troje. Mit seinem Team hat er BioMotionLab1.8 entwickelt, ein Tool, das menschliche Bewegungen mit Strichmännchen nachahmt. Das haben die Leute mittlerweile so gut raus, dass sie das Strichmännchen nicht nur weiblich und männlich, sondern auch schlank und dick, gehetzt und entspannt oder fröhlich und traurig animieren können. Wohlgemerkt: Es geht um Striche. Schaut es Euch an.

BMLwalker

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viel Gewalt, viel Sex und die Illusion der Narration :: The Prodigy - Smack my bitch up (R: Jonas Akerlund)

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Gewalt, Sex, Drogen, Mißbrauch, ein vollgekotztes Waschbecken und eine durchzechte Nacht: Der Geniestreich des schwedischen Regisseurs Jonas Akerlund brachte ihm den Durchbruch und internationales Renomée. Denn das Video ist nur vordergründig mit den Themen beschäftigt, wegen denen es immer wieder hart kritisiert wurde.
In der Filmkunst hat es neben seiner exzellenten Kameraführung und innovativen Schnitten einen festen Platz dadurch bekommen, dass es sich am Ich-Begriff des narrativen Musikvideos selbst abarbeitet: Man sieht den gesamten Clip mit den Augen des Protagonisten. Die Musik ist unmittelbar an die Bilder gebunden - so wird der Clip lauter, wenn der Protagonist die Anlage aufdreht, wird schummriger, wenn der Protagonist betrunken aus dem Club stolpert, wird gedämpft, wenn der Protagonist sich die Haare trocknet. Kein Video hat die Identifikation weiter getrieben, als dieser Akerlund-Clip. Darin liegt der Schlüssel zur Interpretation des Videos: Der Plot beginnt harmlos. Ein Mensch bereitet sich auf einen Clubabend vor. Duscht, hört Musik, geht raus, trinkt etwas, geht in eine Bar. Identifikation scheint möglich, die Rolle ist gesetzt.
Dann sexuelle Übergriffe in der Bar, Schlägerei im Club, Rauswurf und Polizeieinsatz, eine Szene im Nachtclub. Das ist die erste Brechung der bedingungslosen Identifikation und der Beginn des Stereotyps: Jung, männlich, gewaltbereit. Die Pointe wird mit dem letzten Bild gesetzt: Ein Blick in den Spiegel, indem eine junge Frau sichtbar wird.
Durch diesen Plot und die konsequent subjektive Kameraführung wird die Identifikation provoziert, um direkt wieder ad absurdum geführt zu werden. Und dieses Spiel ist mehr als ein Aufmerksamkeitsanker: Es geht um das Wesen des Ich in der Geschichte, es geht um Narration an sich. Akerlund entlarvt das Bild des Ich als Projektion der Konsequenzen seiner Handlungen ins innen und schaft damit eine gewagte Metapher für gesellschaftliche Zuschreibungsprozesse: Die Sicherheit, mit der wir uns erst dem Ego verwandt fühlen, uns dann in dieser Verwandschaft durch die Gewalttaten trennen und zuletzt erkennen müssen, dass selbst die mit der Trennung verbundene Interpretation des Ego als Mann falsifiziert ist, löst ein Fundament der alltäglichen Stereotypisierung für einen Moment auf. Wo Stereotype so konsequent versagen, beginnt die Reflexion. Und es ist nur ein wenig Phantasie dabei, wenn man den rekursiven Weg antizipiert: Dass derart schnell gefasste Stereotype erst die Ursache für das Handeln sind, an dem sie sich später bestätigt sehen.

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