(Videosuche rechts oben)
Es ist ein relativ unbekanntes Video von Michel Gondry. Jedenfalls, was Zusammenschnitte seiner größten Werke oder Ausstellungen über Videokunst angeht. Trotzdem ist es einen Blick wert: Für den melancholischen Song Mad World von Gary Jules hat Gondry eine kongeniale Bildwelt kreiert: Die Szenerie ist ein Schulhausdach. Kein Ortswechsel im Video, kein einziger Schnitt. Nur eine Kamera, die sich über die Ballustrade lehnt und nach links und rechts schaut. Links entdeckt sie Gary Jules, der auf die Straße schaut und rechts, viel später, auf dem ganz leeren Dach in der hintersten Ecke, einen Pianisten. Und während Gary Jules singt
The dreams in which I´m dying are the best I´ve ever had.
blickt die Kamera auf die Straße, auf der völlig surreale Szene ablaufen: Haufen von Passanten organisieren sich nach einer hochinnovativen Choreographie in archetypischen Formen: Haus, Hund, Vogel, Gesicht. Interessant daran: Das absurde, künstlerisch-tänzerische, surreale bringt der Szene kein Leben, widerlegt die Liedzeilen nicht, sondern unterstreicht sie. - Denn in der Geplantheit ihrer Choreographie werden Sie zum Sinnbild des Nichtlebens - dessen, was Gary Jules meint, als er singt:
When people run in circles its a very very mad world.
Es ist nur ein weiterer von Gondrys cleveren Einfällen, dass Jules gelangweilt vom Dach jener Institution schaut, die Menschen der Choreographie der Gesellschaft näherbringen soll: Der Schule.
Teile und Behalte:
These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages.