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Artikel in der Kategorie 'Zeit'

Human Clock: die Uhrzeit als Kunst

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Man könnte jetzt viel philosophieren darüber, dass die Zeit dargestellt wird über Fotos, die eigentlich grade zeitlos sind, aber viel netter ist ein Blick auf die Seite, der spricht für sich selbst: Humanclock. Ich find´s großartig.

Wer noch nicht genug hat: HumanCalendar bietet das Ganze als Monatskalender.

flickrvision :: eine Idee von der Globalisierung an sich

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Zwei Dienste haben in den letzten zwei Jahren das Internet tüchtig umgekrempelt. Google Maps und Flickr. Dass sich damit auch die Art verändert hat, wie wir die Welt wahrnehmen, zeigt ein Projekt von David Troy, der schon das vielgelobte Kunstprojekt Twittervision programmiert hat. Das Projekt zeigt eine Weltkarte, die ständig zu den Orten grade abgeschickter Twitter-Nachrichten fährt. Eine Übersicht des globalen Small-Talk. Flickrvision ist noch etwas cooler, weil die Visualität der Geographie mit den Fotos korrespondiert: Die Karte zoomt zu Erdteilen, von denen ein paar Sekunden vorher Flickr-Bilder hochgeladen wurden. Sehr empfehlenswert und eindrucksvoll. Das Moma in NewYork wird beide Werke demnächst vorstellen. Bevor David Troy von Journalisten überrollt wird, kann man ihm noch die Freundschaft anbieten: Wie es sich für einen Medienkünstler im global web gehört, hat er einen Facebook-Account.

twitter, flickr, digital video :: die Echtzeit-Digitalkunst von flussgeist

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<!--enpts-->flussgeist.jpg<!--enpte-->Was Twitter ist, hatte ich an anderer Stelle geschrieben: Twitter ist ein Dienst, der die Stimmen der Blogger auf der Welt auffängt. Einer Art SMS-Sammelbecken, das jeder Nachrichten von jedem Menschen eine Zeile auf der Hauptseite freihält. Die 15 Minuten Berühmtheit, postuliert von Pop-Art-Ikone Andy Warhol, und in Internetzeiten stellenweise für möglich gehalten, sind auf wenige Sekunden Twitter-Zeileneinblendzeit eingedampft. Twitter ist, das kann man sicher sagen, ein Projekt für unsere Zeit. Total vernetzt, kurz und knapp, in der Vielfalt der andockbaren Endgeräte beeindruckend und in der inhaltlichen Tiefe der mit soviel Tamtam veröffentlichten Nachrichten enttäuschend.
Kurz: Kaum ein Projekt der aktuellen Diskussion eignet sich besser für ein multimediales Projekt wie Flussgeist von Grégory Chatonsky. Flussgeist greift sich Twittermeldungen heraus und lässt sie als Echtzeitticker über den Bildschirm laufen, während sich im Hintergrund unwiederholbare Szenerien aus flickr-Bildern und Internetvideos zusammenstücken. Der rote Faden wird gebildet durch sogenannte Tags, Schlagworte, mit denen Bilder, Twitter-Meldungen und Videos einsortiert wurden. Ein Schlagwort bildet den Rahmen, in dem dann die verschiedenen Medien sich begegnen. Und in dieser Begegnung eine Beziehung suggierieren zwischen Bild und Ton und Video, die es nie gegeben hat. Und es ist die Suggestion einer Beziehung, die tatsächlich nur durch digitale Algorithmen entsteht, die das Projekt wirklich sehenswert macht, weil sie darin eine Metapher bildet für das, was diese neuen Medienformen auszeichnet.

[tags]flickr, twitter, mashup, digital art, medienkunst, flussgeist, Andy Warhol [/tags]

das Innere nach Außen :: Influences (R: Phil)

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Dreißig Personen, die sein Leben beeinflusst haben, malt dieser Mann sich selbst auf Bauch und Brust. Dass das technisch ganz gut aussieht, ist Nebensache. Interessanter: Dass dieser Phil mit seiner Geste eine Metapher der Moderne schafft. Indem er dem ein Bild gibt, was in seiner Biographie verborgen liegt, treibt er die Visualisierung auf die Spitze: Das, was er auf seinen Bauch malt, ist er. Das ist symbolhaft, einfach, genial auf den Punkt gebracht. Obwohl, halt, nur er weiß, was er damit verbindet. Wir Zuschauer bleiben allein mit den Bildern uns unbekannter Personen, die zwar schön bunt sind, aber dem Wesen von Phils Biographie sind wir damit keinen Schritt näher. Und darin liegt das Subtile, dass aus dem Video auch aus einer mehr als technischen Sicht Kunst macht: Indem es uns damit überrascht, dass die verstanden geglaubte Visualisierung nur leeres Symbol ist, verweist die Metapher auf etwas, das zu oft verloren gegangen ist – das Wissen darum, dass visuelle Symbole von ihrem Grundcharakter begrenzt sind.

// “Influences” sehen

[tags]YouTube, YouTube Kunst, Medienkunst, modern digital art, digital art, malen, bodypainting, Zeitraffer[/tags]

das digital gezimmerte Musikstück :: Amateur (R: Lasse Gjertsen)

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Es ist die Rache der digitalen Perfektion: Ein Drummer, der nicht spielen kann, wird durch digitale Schnittfinesse zu einem perfekten Trommelsolo geschnitten. Jeweils einzelne Verspieler werden so clever aneinandergebaut, dass eine sauber gespielte Komposition entsteht. Die Postproduktion verursacht das Werk aus Fehlern. Wie eine Metapher für die jeder-kann-alles-Gesellschaft. Was kann man da noch sagen? Das hat Gjertsen einfach richtig gut hingekriegt.

// den Film sehen

zwischen Breakbeat und Handkamera :: Tänzer bei YouTube

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Das meistgesehenste Video bei YouTube ist ein Tanzvideo. Wir reden hier von 40 Millionen Zuschauern: Der Komiker Judson Laipply hat “Evolution of dance” als Teil seiner Show “Inspirational Comedy” produziert und ist damit zum Superstar geworden: Zwischen Slapstick, Tanz, Chartmusik und Charme findet sich der Schlüssel zum Publikumshit. Laipply ist mit der nicht besonders guten Tanzperformance weltbekannt und Symbol für den Aufstieg von Youtube geworden, weil er den Massengeschmack perfekt getroffen hat. Damit ist er nicht mehr weit weg von einer ganz neuen Kunstform in YouTube: Junge Leute, vornehmlich hübsche Frauen, die in unaufgeräumten Zimmern zu Playback von CD ihre Lieblingslieder nachsingen und -tanzen, meist während Sie neue Klamotten anprobieren, sich schminken oder vor dem Fernseher sitzen. Eines dieser Videos gehört mit 12 Millionen Zuschauern ebenfalls zu den ganz großen Knallern auf YouTube (ein Erfolg, der die jungen Frauen so kalt erwischt hat, dass sie prompt ein Making Of-Dankevideo produzierten).

Ganz anders wirkt da der Tänzer von Bruce. Der herausragende Breakdance in einer Turnhalle fand immerhin eine Viertelmillion Zuschauer, spielt qualitativ aber schon in einer anderen Liga. Und in dieser Breakbeat-Ecke gibt es dann auch Leute wie David Elsewhere, die zu Ikonen der Netzkultur werden: Elsewhere, der eigentlich David Bernal heißt, ist Ausnahmetänzer eines Stils, den er mit Adjektiven wie liquid oder robotic beschreibt und der 2003 schon ziemlich eindrucksvoll aussah. Die Folgen dieser beiden Clips waren enorm: Nicht nur, dass David Elsewhere dank dieser Videos eine Menge Interviews in etablierten Medien geben durfte und in amerikanische Fernsehshows eingeladen wurde. Er wurde vor allem Symbolfigur einer neuen 60-Sekunden Berühmtheit, wie das Time Magazin konstatierte. David Elsewhere, vor wenigen Monaten noch David Bernal und relativ unauffällig, ist jetzt Werbefigur von Volkswagen und Heineken (die Videos dafür stehen auf seiner MySpace-Seite) und hat einen eigenen Lexikoneintrag bei Wikipedia.
Und dann gibt es noch Leute wie Matt Harding, die beweisen, dass grade aus der Massenorientierung und Amateurhaftigkeit, die völlig neue Zeitkapazitäten in der Filmproduktion frei werden lässt, echte Kunst entstehen kann. Wir verabschieden uns und sind mit YouTube schon wieder ein bißchen versöhnt, wenn wir sehen, was daraus werden kann: Das Video Where the hell is Matt? gehört mit rund 4,6 Millionen Zuschauern nämlich auch zu den meistgesehensten auf YouTube..

6 Jahre Noah :: ein Kunstprojekt wird YouTube-Kracher

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Die Fakten sprechen für sich: Über 4 Millionen Leute haben das Video gesehen (damit gehört es zu den meistgesehensten Videos des Internet), 16.000 Kommentare wurden bisher abgegeben und 24.000fach wurde das Video als Favorit gespeichert.

Keine guten Zahlen, wenn es um Kunst geht.

Das Video, um das es geht, ist aber Kunst.

Allerdings so originell, dass sie massenwirksam wird: Der Fotograf, der der Welt als Noah bekannt ist, hat sich jeden Tag fotographiert – sechs Jahre lang. Die Bilder hat er zu einem Video geschnitten, in dem jede Minute etwa 360 Bilder durchflackern, in knappen sechs Minuten sieht man also sechs Jahre Leben im Portrait. Man sieht wie Haare wachsen und Frisuren in den Wuchs schlagen, wie die Gesichtsknochen sich strecken und Falten sich einziehen.

Das Alter, das einem der Langsamkeit wegen entgeht, wird Akteur, indem es sich dem Wahrnehmungstempo der Zeit anpasst, in die es etwas hineinerzählt. Dass das ausgerechnet auf dem Schlachtschiff der jungen Medienkultur, YouTube passiert, ist ein Teil des Werks. In diesem Spannungsfeld von Langsamkeit, die erst im Zeitraffer ihre Größe offenbart, wird einiges über unsere Zeit deutlich. Gut, die Fokussierung auf das Schnelle ist heute eine Platitüde. Aber schon die Erkenntnis, die das Schnelle uns über das Langsame ermöglicht, mit unserer Zeit in Verbindung zu bringen, ist eine interessante Idee. Diese Erkenntnis aus der Schnelligkeit heraus aber als Farce zu entlarven, als oberflächliche Idee von etwas, das wir im vorbeirennen nie eigentlich gesehen haben, das ist wirklich gut. Denn was bleibt? Das Verstehen, dass die Zeitrafferästhetik das Wesen der Langsamkeit nie fassen kann, sondern nur massenästhetikgemäß ins Bild rückt und assoziativ aufspannt. Der Zuschauer bleibt abseits von anatomischen Veränderungen der Person Noah im Dunkeln, was da eigentlich vor sich geht. Durch den Reiz des Äußeren, der durch die Weite der Jahre, die in sechs Minuten abbildbar zu sein scheint, auch deren Tiefe suggeriert, vergessen wir ganz, dass wir eigentlich nichts sehen. Und obwohl wir durch die Zeit rasen, für die der Fotograf selbst sechs Jahre gebraucht hat, wissen wir am Ende nicht mehr über ihn, als er uns in sechs Minuten hätte erzählen können. Aber wir sind – und auch das passt für unsere Zeit – statt erleuchtet von einem Inhalt erschlagen von der Form – und sind beflügelt bis benommen vor der vermeintlichen Größe dessen, das wir meinen, hinter dem Bildermeer nur nicht richtig erfasst zu haben.

Nur dass es da gar nichts gibt.

// das Video anschauen
// ein zweites Video von einer Frau, technisch noch besser: “me”

Liebe das Leben (R: Vika Jagucanskyte)

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// den Film sehen

Gut, er kommt bescheiden daher, der Film, der das Glück erklären will. Er beginnt mit technisch unsauberen Schnappschüssen aus einer Stadt, die so wenig mit Glück assoziiert wird, wie Kohlekraftwerke oder Fabrikarbeit: Mannheim. Und fast unbemerkt zwirnt sich nach Sekunden aus den Bilderfäden ein Tau, das mitzieht, und die größere Idee fast unbemerkt etabliert: Die Allgegenwart des Glücks.
“Liebe das Leben” reiht Szenen wie Perlen auf die Schnur. Aber das wirkt nur zufällig. Denn dahinter komponiert die größere Idee die Bilder zur Musik. Ein Text von Hesse´s Siddahrta leitet an: Siddahrta, der später Buddha genannt werden sollte, durchfährt nach Jahren erfolgloser Askese, Völlerei und Meditation beim Übersetzen mit dem Fährmann die Erkenntnis, die der Anfangspunkt seiner Erleuchtung wird: Er erfährt das Ohm, die Einheit von allem.

Wenn er nicht auf das Leid noch auf das Lachen hört,
wenn er seine Seele nicht an irgendeine Stimme band
und mit seinem Ich in sie einging,
sondern alle hörte, das Ganze,
die Einheit vernahm,
dann bestand das große Lied der tausend Stimmen
aus einem einzigen Worte,
das hieß Ohm – die Vollendung

Und um diese Erleuchtung geht es dem Video. Zu groß? Nein. Es geht schon in Siddahrta um eine Erleutung, die – so groß sie auch klingt – im Erkennen des Größten im Alltäglichen besteht. Schon die Idee ist poetisch: Die absolute Größe, die Erleuchtung, das Erkennen der letzten Wahrheit, verlangt nicht etwas überirdisch Großes, sondern das Wahrnehmen dessen, was man die ganze Zeit wahrnimmt. Es geht um das, was schon der französische Film Amelie versuchte zu sagen: Das wahre Glück ist nicht größer, sondern kleiner. Es entsteht, wenn man die tausend Kleinigkeiten beachtet, die zu dem großen Glück beitragen.
“Liebe das Leben” ist das beeindruckende Debüt der Mannheimer Videokünstlerin Vika Jagucanskyte, die durch Interviews mit Freunden und Bekannten das Wesen des Glücks fassbar machen wollte. Kongenial unterstützt durch die Musik von Urs Gögler balanciert Jagucanskyte zwischen dem dokumentarischem Realismus der völlig unterschiedlichen Biographien und der so schwer greifbaren Poesie des Lebens, die diese Eckdaten in einen größeren Klang bringt. Dieser Poesie, die in einzelnen Momenten des Films kaum wahrnehmbar sichtbar wird, aber fühlbar das Größere ist, das den Rahmen um alle Szenen legt. Das ist so wahr und so gut eingefangen, dass nach einer Viertelstunde wirklich das Eine übrig bleibt: Ein inneres Wissen um die Allgegenwart des Glücks.

Das erinnert mich an eine Geschichte, von der gesagt wird, ein buddhistischer Meister habe sie einem Schüler erzählt, als dieser fragte, wo denn Gott zu finden sei.

Ein Fisch schwamm zu einem anderen Fisch und fragte erschöpft: “Sag mal, weißt Du, wo der Ozean ist? Ich suche schon die ganze Zeit.” “Der ist hier überall. Schau Dich doch um,” antwortete der zweite. “Nein, nein. Ich meine nicht das Wasser und die Algen und die Fische. Ich meine den Ozean,” meinte der erste Fisch mürrisch: “dann kannst Du mir wohl auch nicht helfen.” Und als er das gesagt hatte, schwamm er davon, um weiter zu suchen.

Mark Story :: Portraits von uralten Menschen

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Supercentenarians nennt man sie, die Menschen, die ihre 110 Jahre hinter sich gelassen haben und immer noch leben. Mark Story hat knapp einhundert von Ihnen besucht und interviewt. Das Ergebnis ist eine herausragende Fotoserie, die mit kurzen Biographieschnipseln der Akteure im Internet steht.

The Gerontology Research Group estimates there are 250,000 centenarians (people 100 years and older) currently living in the world. In rare instances, people live to 110 years and beyond, inspiring a new demographic label: supercentenarian. The Gerontology Research Group, through rigorous investigation of records, acknowledges about 65 supercentenarians, and estimates that about 350 are alive worldwide today.

Mark Story beschränkt sich nicht auf die Uralten, auch wenn sein Fokus auf Alter gerichtet er. In seiner Auswahl findet sich auch ein Foto eines knapp 50-jährigen Obdachlosen oder eines 88-jährigen Mannes. Man kann trotzdem sagen, dass er das Alter fokussiert, denn das Alter hat sich in alle seiner Gesichter eingefurcht wie Rinnen auf einen Acker. Insgesamt sehr sehenswert, schwarz-weiß Portraitfotographie vom Feinsten.

46 year-old Portuguese man
Verwendung des Fotos mit freundlicher Genehmigung von Mark Story.

// Mark Story

visueller Meilenstein für das Wesen des Moments :: The Rolling Stones – Like a Rolling Stone (R: Michel Gondry)

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Es war so etwas wie der Ritterschlag, meint der Regisseur, als die Rolling Stones auf ihn zukamen, um ihn um ein Video zu bitten. Dabei war Michel Gondry seit Björk ihn als Unbekannten zu einem Video verpflichtete – sie hatte seine Arbeiten für seine eigene Band Oui Oui gesehen – bereits eine Legende der Musikvideokunst. Für die Stones jedenfalls hat er sich wieder etwas neues einfallen lassen: Eine technische Spielerei zwischen Still und Film. Die Bilder frieren ein, während die Kamera weiterfährt oder schieben sich wie betrunken ineinander. Die Techik hat Gondry erfunden und – so sagt er – die Band war zufrieden.
Für den Zuschauer kommt neben dem technischen Aha einiges rüber: Gondry hat wieder mal einen Film über das Wesen der Zeit gemacht. Einen wirklich guten.

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