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Artikel in der Kategorie 'Verweise auf Kunst'

Ich kann auch ganz anders :: eine ambitionierte Sammlung der schlechtesten Plattencover

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Kunst, Kunst, Kunst. Ja, was denn noch?

Ist denn nicht irgendwie alles Kunst?

Nein, es ist nicht alles Kunst.

Und hier, hier und hier finden sich drei Seiten gute Argumente dafür. Als besonders perfide Zusammenstellung sei noch diese Seite empfohlen. Bewährt hat sich diesbezüglich auch die britische Sun, die zielsicher das Übelste an Plattencovern auswählt, was je am Markt war (ohne dabei zu realisieren, dass das Coverfoto des Artikels die Country Church-Jungs sind, eine Persiflage der britischen Komiker Monty Python). Und dann gibt es noch die ganz große Liste der Top100 - über die man sich aber streiten kann, weil einige Sachen schon verdammt nah an echter Kunst vorbeischrammen.

Und wo wir schonmal dabei sind: Wer das ganze bewegt bestätigt haben möchte, könnte bei der Videosuche rechts oben mal “prinzen wer ist der typ” eingeben. Drei Minuten mit Mehrwert.

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ASCII-O-Matic :: eine Ode an die gute alte Ascii-Grafik

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Damals waren Grafiken noch kunstvoll aus einzelnen Buchstaben zusammengestückt. Heute liest eine Schnittstelle im Web jedes beliebige Bild ein baut daraus in Sekunden das Ascii Bild. Als Erinnerung trotzdem nett: typorganism ASCII O-Matic.

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visual accustics :: Malen mit Instrumenten

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Die Visualisierung von Tönen hat eine lange Geschichte in der multimedialen Kunst und visual accustics ist ein Projekt, was man sich unbedingt näher anschauen sollte: Das flash-basierte Interface wandelt Mausbewegungen gleich dreifach um: In die Töne ausgewählter klassischer Instrumente (gottlob bricht jemand mal das Tabu, in Multimediakunstwerken analoge Instrumente einzusetzen), in Farbspektren, die sich über den Bildschirm ziehen und in Instrumentabhängige animierte Visuals, die sich wie Wellen über die Spielfläche ausbreiten. Ein intuitiv fassbares Gefühl des Haptischen, dass sich im Auditiven und Visuellen übersetzt zeigt. Gelungen! (Zur Erinnerung: Es gibt auch Pferde und Damen, die sich seit Jahren daran versuchen.)

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Phönix aus der Asche :: das Malen in Zeiten der Digitalisierung

von David Schubert. Lust auf mehr? Schauen Sie in die Kategorien Authentizität, interaktive Netzkunst, alle Posts, beste Posts, Verweise auf Malerei, Form, digitale Welten, Verweise auf Kunst, Farbe

Gut, es ist nicht ernst gemeint, aber witzig. Kaum ein Medium ist in seiner lineare, konsequent zweidimensionalen Art so geeignet, im Internet prozedural auseinandergenommen zu werden, wie die Malerei: Leistet art.com mit seinem Werkzeug artpad noch einen Beitrag zum Verstehen des Malprozesses, indem ein dreidimensionaler Pinsel über bereits gemalte Bilder fliegt und den Schaffensprozess zum Zentrum macht, so suggeriert Mr. Picassohead in seiner Galerie eine handvoll hübsch geschwungener Fragmente, die vom Benutzer wild durcheinander kombiniert und eingefärbt werden können, als ausreichend um den Eindruck eines gelungenen Bilds zu erzeugen. Etwas realistischer ist da schon Crayola
: Hier kann man einigermaßen übliche Werkzeuge benutzen, die auch noch überraschend echt aussehen. Die Malerei hat es nicht leicht in Zeiten des digitalen Bildes. neave imagination gibt ihr sogar das Zeug zur dritten Dimension. Das ist gleichermaßen überraschend gut gelungen wie völlig entfernt von jeder bleibenden Kunst. Mal sehen, wie die nächsten Auseinandersetzungen mit dem Metier ausfallen. Noch schlägt sie sich wacker, die alte Malerei. Nur Projekte wie das grandiose mikons.com, das eine wirklich intuitive Plattform zur Erstellung eigener Symbole und Logos ist, geben einen Eindruck davon, was für Potenzial in dem Medium steckt. Gut: Das ist auch eher Grafikdesign als Malerei. Aber immerhin.

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zeig mir Fotos mit dieser Kernfarbe :: innovative Farberfahrung

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Es klingt ein bißchen verrückt: Aus abertausenden unter der CreativeCommons lizensierten Fotos trifft das Tool Flickr Color Selectr in Echtzeit eine Auswahl auf Basis der Grundfarbe. Jeder noch so feiner Grüntonunterschied bringt eine neue Auswahl, die hervorragend genau diesen Grünton repräsentiert. Ein neuer Weg, Farbe zu begreifen und Fotos dadurch unter einem neuen Licht zu sehen. Mit diesem Tool werden Fotos nicht mehr nur Form für Farbe, sondern ordnen sich der Farbe als gestalterischem Mittel unter. Das ist ganz schön interessant.

Und hat einige andere Projekte auf die Idee gebracht: IStockPhoto.com zum Beispiel, die professionelle Fotos an Desktop-Publisher verkaufen (relativ günstig, nebenbei gesagt): Dort kann man Fotos anhand der Farbe suchen. Und falls man die Fotos nicht weiterverwenden will, gibt es ein drittes Tool, das noch ein bißchen schicker umgesetzt ist.

Joyride
[Joyride] click to jump to Flickr

Subtle
[Subtle] click to jump to Flickr

in the hostel
[in the hostel] click to jump to Flickr

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Felici Varini :: Architektur trifft geometrische Zeichnung

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Kurzweilig, interessant konzipiert, herausragend umgesetzt: Felici Varini hat in seinem Fotoprojekt die Geometrie mit der Architektur verschmolzen: Bemalungen auf den Innenwänden von Räumen ergeben aus einer ganz spezifischen Perspektive geometrische Ordnungen und zerspringen aus allen anderen Perspektiven betrachtet in ihre Einzelteile. Eine schönes Werk über die Integrität von Figur im Raum.

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Science of sheep :: die verrückte Idee des Crowdsourcing und die Antwort der Kunst

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Crowdsourcing heißt: Delegieren von Aufgaben, die Maschinen nicht können und für die das eigene Personal zu schade ist an Menschen, die dafür bereit sind. Die werden liebevoll crowd genannt und arbeiten beim Branchenpionier und Amazon-Projekt mechanical turk an blödsinnigen bis stupiden Jobs für einen lächerlichen Lohn.

Aaron Koblin, Designstudent an der University of California, hat eine künstlerischen Feldversuch gestartet: 10.000 Schafe seien zu zeichnen, hat er über amazon mechanical turk verlauten lassen. Er zahle 0,69$ pro Stunde.
Was soll man sagen? Er hat es geschafft. Und das Ergebnis hat sich sogar richtig gelohnt. Nicht nur gesellschaftsmetaphorisch, auch gestalterisch. Willkommen bei thesheepmarket.com.

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Perversion der Ordnung :: Gary Jules - Mad World (R: Michel Gondry)

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(Videosuche rechts oben)
Es ist ein relativ unbekanntes Video von Michel Gondry. Jedenfalls, was Zusammenschnitte seiner größten Werke oder Ausstellungen über Videokunst angeht. Trotzdem ist es einen Blick wert: Für den melancholischen Song Mad World von Gary Jules hat Gondry eine kongeniale Bildwelt kreiert: Die Szenerie ist ein Schulhausdach. Kein Ortswechsel im Video, kein einziger Schnitt. Nur eine Kamera, die sich über die Ballustrade lehnt und nach links und rechts schaut. Links entdeckt sie Gary Jules, der auf die Straße schaut und rechts, viel später, auf dem ganz leeren Dach in der hintersten Ecke, einen Pianisten. Und während Gary Jules singt

The dreams in which I´m dying are the best I´ve ever had.

blickt die Kamera auf die Straße, auf der völlig surreale Szene ablaufen: Haufen von Passanten organisieren sich nach einer hochinnovativen Choreographie in archetypischen Formen: Haus, Hund, Vogel, Gesicht. Interessant daran: Das absurde, künstlerisch-tänzerische, surreale bringt der Szene kein Leben, widerlegt die Liedzeilen nicht, sondern unterstreicht sie. - Denn in der Geplantheit ihrer Choreographie werden Sie zum Sinnbild des Nichtlebens - dessen, was Gary Jules meint, als er singt:

When people run in circles its a very very mad world.

Es ist nur ein weiterer von Gondrys cleveren Einfällen, dass Jules gelangweilt vom Dach jener Institution schaut, die Menschen der Choreographie der Gesellschaft näherbringen soll: Der Schule.

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IAM - Le danse le mia (R: Michel Gondry) :: geniale Zoomtechnik

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(Videosuche rechts oben)

Im ganzen Video kein Schnitt. Nur Vorwärtszoom, exakt auf den ersten Schlag im Takt. So sieht es aus. Auf der anderen Seite: Eine komplette Geschichte, ständiger Wechsel der Orte, der Beleuchtung, der Personen, der ganzen Szenerie. Über äußerst clevere Schnitte während des Zoomens, bei denen Kernelemente des Bilds stabil bleiben, erfindet Gondry in diesem Clip eine neue Form des Schnitts, der ungewohnt cool daherkommt und wie nebenbei den klassischen Schnitt um Dimensionen erweitert: Die Dimensionen der Zeit und der Tiefe. Denn Gondry erzählt die Geschichte durch die nach innen zoomenden Schnitte als Weg in unbekanntes Terrain. Vom Parkplatz kommt er zum Türsteher, in die Disko, zu den Protagonisten, um schließlich über sie zu erzählen und gegen Ende sich an allen Stationen vorbei mit herauszoomenden Schnitten aus den einzelnen Drehorten heraus zu bewegen. Das hat etwas von einer Schneekugel, es entlarvt die herangezoomten Details als spröde Konstanten einer nur scheinbar über den Dingen schwebenden Welt.
Auf höherer Ebene ist das Video eine innovative Auseinandersetzung mit Rhythmus in Verbindung zu Raum und Zeit. Rhythmus, Raum, Zeit? Richtig. Das Video erinnert auch an Rauschzustände. Ist in seiner assoziativen Schnittkultur sogar eine ganz gute Visualisierung dafür, dass alles wie aus einem Guss und gleichzeitig subcutan unverbunden erscheint.

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die Idee des Erzählens :: Björk - Bachelorette (R: Michel Gondry)

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(Videosuche rechts oben)

 

 

Schwarz weiß fängt es an, das Musikvideo von Björk: Eine Frau gräbt im Wald und findet ein leeres Buch. Ein Buch, das sich schreibt, während sie lebt. Sie gibt das Buch, das Buch ihres Lebens heraus, und wird bekannt. Verliebt sich in den Herausgeber, wird ein Star, ihre Geschichte wird für das Variete adaptiert und nach dem Buch ein zweites Mal gespiegelt: Im Variete erzählt sich ihr Leben wieder etwas gröber, archetypischer, bunter, ferner von der Wirklichkeit und auf einer Art ihrem Archetyp näher. Teil des Stücks ist die Adaption der Geschichte im Theater - einer Bühne auf einer Bühne, vor der die wahren Protagonisten sitzen.
Als ob diese Verschachtelung der Narration nicht genug wäre für fünfeinhalb Minuten: Gegen 3:40 beginnt das wahre Leben sich zu ändern - und mit dem wahren Leben die Bilder, die das Leben in der Autobiographie und mit ihr in das Variete und die Bühne im Variete geworfen hat. Die Bilder transformieren in Pflanzen und Blätter. Die Natur holt sich ihre Geschichte zurück, die nur in ihr Leben kann.
Am Ende singt Björk in der Natur.
In Farbe.

 

 

Das Musikvideo gehört zu den populärsten Werken von Michel Gondry, der als der innovativste Kopf der internationalen Musikvideoszene gilt: Sein Spiel mit Farben und Filmstilen untermalt den Plot, der in fünf Minuten nicht nur drei verschachtelte Ebenen durchläuft, sondern auch eine rekursive Beeinflussung der Ebenen erzählt - von der Bühne ins Leben eine Abgabe der Handlungsautonomie und von der Natur zur Bühne deren Rückeroberung. Selten wurde in fünf Minuten mehr über das Wesen des Erzählens erzählt.
Und nie schöner.

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