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Artikel in der Kategorie 'Verweise auf Musik'

das digital gezimmerte Musikstück :: Amateur (R: Lasse Gjertsen)

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Es ist die Rache der digitalen Perfektion: Ein Drummer, der nicht spielen kann, wird durch digitale Schnittfinesse zu einem perfekten Trommelsolo geschnitten. Jeweils einzelne Verspieler werden so clever aneinandergebaut, dass eine sauber gespielte Komposition entsteht. Die Postproduktion verursacht das Werk aus Fehlern. Wie eine Metapher für die jeder-kann-alles-Gesellschaft. Was kann man da noch sagen? Das hat Gjertsen einfach richtig gut hingekriegt.

// den Film sehen

der Künstler als Musikgeschichte :: Gnarls Barkley – Smiley Faces (R: Marc Klasfeld)

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Gnarls Barkley inszeniert sich hier als Musikgeschichte. Dreister, kreativer und selbstreflexiver hat sich selten ein Superstar in Szene gesetzt: Eine Pseudodokumentarische Sequenz umrahmt Filmzitate der Musikgeschichte von Duke Ellington über die Beatles, Bob Marley bis in die Neuzeit, um festzustellen: Ja, das alles war Gnarls Barkley. Er war das Phänomen hinter dem Phänomen, er war der nicht greifbare Mastermind der Musik des 20. Jahrhunderts. Eine gradiose Persiflage auf die Selbstreflexivität und Konstruiertheit der Musikwelt. Anschauen.

“He was involved in all this music. He was the music of the last century.”

(Musikvideosuche rechts oben)

die digitale Geburt des Bekannten :: Musikvideokunst mit Instrumenten

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Es ist etwas paradox: Die Visualisierung ist soweit fortgeschritten, dass man alles darstellen kann: Von den surreal-komplexen Landschaften einer Missy Eliott (get ur freak on) bis zu abstrakte Rorschachkunstwerken eines Gnarles Barkley (Crazy). Alles eine Frage des Geldes.

Da ist es fast schon wieder subversiv, sich um richtige Natur zu kümmern. Im Sinne von: Die postmoderne digitale Revolution liegt in der Nachahmung der Natur bis zur Unkenntlichkeit. So geschehen bei Björk in Joga oder bei den Chemical Brothers in Star Guitar – beides von Michel Gondry.

Aber hier gehen wir einen Schritt weiter, denn es geht um die Darstellung von Musikinstrumenten in der Musikvideokunst. Denn auf die Musik übertragen heißt Natur: Die mechanischen Instrumente wieder in Szene zu setzen. – Und dabei den Schritt der digitalen Weiterentwicklung zu kommentieren. Harmlose Versuche, die mehr technisch als poetisch sind, kommen von animusic (Videosuche rechts oben). Wirklich gut wird es wieder bei den Altmeistern:

Chris Cunningham: Aphex Twin – Monkey Drummer
Wenn Elektrosound-Guru Aphex Twin die Töne macht, ist klar, dass das zugehörige Schlagzeug keines für Menschen ist. Ein Roboteraffe spielt mit vier Armen auf einem Schlagzeug die Sounds, die Aphex Twin elektronisch produziert hat. In seiner Schlichtheit ist das Video leicht zu übersehen. Es gilt trotzdem als eine Ikone der Musikvideokunst, wird immer wieder in Museen ausgestellt und vom NRW Forum Kultur und Wirtschaft 2004 zu den 100 einflussreichsten Videos der Geschichte gezählt. Das ist berechtigt, weil Cunningham hier im trommelnden vierhändigen Affen ein treffendes Symbol findet für die Beziehung von elektronischer zu mechanisch produzierter Musik. Eine Differenz, die analog die Postmoderne von der Moderne zu unterscheiden in der Lage wäre. Und er liefert uns ein Bild, dass von einer fast unauffälligen Einfachheit ist und doch Meilenstein der Auseinandersetzung im Rahmen der Positionierung von elektronischer Musik geworden ist.

Alex & Martin: The White Stripes – Seven Nations Army
Das Video ist wie vieles von Gondry beim Kultlabel Partizan erschienen – und dessen herausragende Originalität scheint abgefärbt zu haben: Eine vierminütige Zoomsequenz durch ästhetische Dreiecksformen, in die klassische Live-Einstellungen mit den dazugehörigen Instrumenten eingearbeitet sind – schlicht, bestechend eindrucksvoll und klar orientiert am Lauf der Musik.

Michel Gondry: The White Stripes – The Hardest Button to Button (Videosuche rechts oben)
“It’s the greatest video we’ve ever made” sagt der White Stripes-Frontman in einem MTV Interview. Tatsächlich gilt der Clip vielen als Meisterwerk der Musikvideokunst: Gondry hat – wie schon in Star Guitar oder Around the World versucht, die Musik unmittelbar im Bild zu spiegeln. Bei “The Hardest Button to Button” wird jeder Schlag von einem Schlagzeug begleitet, dass neu im Bild erscheint und das immer nur mit den Einzelteilen ausgestattet ist, die für diesen Schlag in der Musik verwendet werden. Wird die Gitarre verwendet, kommt sie ins Bild. Die Instrumente jedes Schlages werden in Reihe gestellt, so dass die Musik in ihrer Visualisierung gleicham einen Weg bildet: Ein vor und zurück, ein weitergehen, einen Ortswechsel dort, wo Atmosphärenwechsel die Musik verändern. Und gekrönt wird das ganze von einem herausragenden Rundumschwenk im Schatten einer Brücke. – Unbedingt ansehen.

Ich kann auch ganz anders :: eine ambitionierte Sammlung der schlechtesten Plattencover

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Kunst, Kunst, Kunst. Ja, was denn noch?

Ist denn nicht irgendwie alles Kunst?

Nein, es ist nicht alles Kunst.

Und hier, hier und hier finden sich drei Seiten gute Argumente dafür. Als besonders perfide Zusammenstellung sei noch diese Seite empfohlen. Bewährt hat sich diesbezüglich auch die britische Sun, die zielsicher das Übelste an Plattencovern auswählt, was je am Markt war (ohne dabei zu realisieren, dass das Coverfoto des Artikels die Country Church-Jungs sind, eine Persiflage der britischen Komiker Monty Python). Und dann gibt es noch die ganz große Liste der Top100 - über die man sich aber streiten kann, weil einige Sachen schon verdammt nah an echter Kunst vorbeischrammen.

Und wo wir schonmal dabei sind: Wer das ganze bewegt bestätigt haben möchte, könnte bei der Videosuche rechts oben mal “prinzen wer ist der typ” eingeben. Drei Minuten mit Mehrwert.

visual accustics :: Malen mit Instrumenten

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Die Visualisierung von Tönen hat eine lange Geschichte in der multimedialen Kunst und visual accustics ist ein Projekt, was man sich unbedingt näher anschauen sollte: Das flash-basierte Interface wandelt Mausbewegungen gleich dreifach um: In die Töne ausgewählter klassischer Instrumente (gottlob bricht jemand mal das Tabu, in Multimediakunstwerken analoge Instrumente einzusetzen), in Farbspektren, die sich über den Bildschirm ziehen und in Instrumentabhängige animierte Visuals, die sich wie Wellen über die Spielfläche ausbreiten. Ein intuitiv fassbares Gefühl des Haptischen, dass sich im Auditiven und Visuellen übersetzt zeigt. Gelungen! (Zur Erinnerung: Es gibt auch Pferde und Damen, die sich seit Jahren daran versuchen.)