Rorschachwahnsinn :: Gnarles Barkley – Crazy (R: Robert Hales)

Verrücktsein heißt: Sich in den Tintenklecksbildern, die Freud als Rorschachtest berühmt gemacht hat, ständig selbst singen sehen. So geschehen bei Gnarls Barkley, der ein herausragendes Video zwischen Animation und Fotographie, zwischen Selbstbezug und Assoziation und zwischen Eingängigkeit und dem Puls der Erzählung gebaut hat: Ein einziger, völlig durchgeknallter Rorschachtest entwickelt sich ständig neu. In jedem Einzelnen ist der singende Gnarls Barkley zu sehen. Und damit das Ganze nicht langweilig wird, entwickeln sich die Tintenklekse immer komplexer, werden belebter, referenzieren auf den gesungenen Text und bleiben doch, was sie sind: Von einer beinah ästhetischen Abstraktheit geleitete, außerordentlich kunstvolle, aber eben doch: schwarz-weiße Tinteklekse.

Das Video gibt´s hier.


eine Antwort to “Rorschachwahnsinn :: Gnarles Barkley – Crazy (R: Robert Hales)”

  1. bittekunst.de » Blog Archive » Musikvideokunst mit Instrumenten :: die digitale Geburt des Bekannten Says:

    [...] Es ist etwas paradox: Die Visualisierung ist soweit Fortgeschritten, dass man surreal-komplexe Landschaften (Missy Eliott – get ur freak on) wie Abstrakte Schattenkunstwerke (Gnarles Barkley – Crazy) in Szene setzen kann. Alles eine Frage des Geldes. Da ist es fast schon wieder subversiv, sich um richtige Natur zu kümmern. Genauer gesagt: Die postmoderne digitale Revolution liegt in der Nachahmung der Natur bis zur Unkenntlichkeit. So geschehen bei Björk in Joga oder bei den Chemical Brothers in Star Guitar – beides von Michel Gondry. Auf die Musik übertragen heißt Natur: Die mechanischen Instrumente wieder in Szene zu setzen. Aber dabei den Schritt der digitalen Visualisierung nicht zu vergessen. Harmlose Versuche, die mehr technisch als poetisch sind, kommen von animusic (Videosuche rechts oben). Wirklich gut wird es wieder bei den Altmeistern: [...]

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