IAM – Le danse le mia (R: Michel Gondry) :: geniale Zoomtechnik

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Im ganzen Video kein Schnitt. Nur Vorwärtszoom, exakt auf den ersten Schlag im Takt. So sieht es aus. Auf der anderen Seite: Eine komplette Geschichte, ständiger Wechsel der Orte, der Beleuchtung, der Personen, der ganzen Szenerie. Über äußerst clevere Schnitte während des Zoomens, bei denen Kernelemente des Bilds stabil bleiben, erfindet Gondry in diesem Clip eine neue Form des Schnitts, der ungewohnt cool daherkommt und wie nebenbei den klassischen Schnitt um Dimensionen erweitert: Die Dimensionen der Zeit und der Tiefe. Denn Gondry erzählt die Geschichte durch die nach innen zoomenden Schnitte als Weg in unbekanntes Terrain. Vom Parkplatz kommt er zum Türsteher, in die Disko, zu den Protagonisten, um schließlich über sie zu erzählen und gegen Ende sich an allen Stationen vorbei mit herauszoomenden Schnitten aus den einzelnen Drehorten heraus zu bewegen. Das hat etwas von einer Schneekugel, es entlarvt die herangezoomten Details als spröde Konstanten einer nur scheinbar über den Dingen schwebenden Welt.
Auf höherer Ebene ist das Video eine innovative Auseinandersetzung mit Rhythmus in Verbindung zu Raum und Zeit. Rhythmus, Raum, Zeit? Richtig. Das Video erinnert auch an Rauschzustände. Ist in seiner assoziativen Schnittkultur sogar eine ganz gute Visualisierung dafür, dass alles wie aus einem Guss und gleichzeitig subcutan unverbunden erscheint.


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